Verkehrsverbund

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Früher verkaufte jedes Verkehrsunternehmen selber Fahrkarten für Fahrten mit seinen Bussen oder Bahnen. Dadurch wurden Fahrten im Umweltverbund teuer und umständlich: Wer zum Beispiel mit dem Postbus zum Bahnhof, mit dem Zug in die Stadt und mit der Straßenbahn des städtischen Verkehrsunternehmens zu seiner Arbeit fuhr, brauchte drei verschiedene Fahrkarten (oder er verzichtete auf die Straßenbahn und nahm einen Zug früher und ging zu Fuß). Deshalb wurden ab 1965 in Westdeutschland Verkehrsverbünde gegründet, die den Verkauf der Fahrkarten und die Verteilung der Einnahmen für die angeschlossenen Verkehrsunternehmen organisierten. Nun konnte man im Postbus die Verbundfahrkarte lösen, die auch im Zug und in der Straßenbahn galt.
Allerdings galt nun der Verbundtarif und damit Regeln, die man vorher nicht kannte. Das deutlichste Beispiel dafür ist das Nachlösen: Wo die Deutsche Bahn AG ihre eigenen Fahrkarten verkauft, kann man im Zug nachlösen. Wenn sie in einem Verbundgebiet fährt, gilt es als Schwarzfahren, in den Zug ohne eine gültige Fahrkarte einzusteigen. Die Verkehrsverbünde und Tarifgemeinschaften haben in den vergangenen Jahren mehrfach ihre Rechtsform und Aufgabenverteilung geändert, aber das Prinzip: "Eine Fahrt - ein Preis (egal mit wem)" hat sich nicht geändert. Wenn die Fahrt in ein anderes Verbundgebiet hinenführt, gibt es manchmal Übergangstarife. Führt die Fahrt noch weiter, gilt wieder der Tarif des Verkehrsunternehmens: Zum Beispiel ist die Fahrt mit einem Regionalzug von Wiesbaden nach Köln eine Fahrt nach DB-Tarif, weil sie im RMV beginnt und im VRS endet. Da in Wiesbaden aber der RMV-Tarif gilt (und das Kontrollpersonal diesem verpflichtet ist), muss man eine gültige Fahrkarte bei sich haben: Die DB-Fahrkarte muss man sich also vorher besorgt haben, obwohl die Tarifbedingungen der DB das Nachlösen vorsehen!

Die Naturfreundejugend hat die Angebote aller deutschen Verkehrsverbünde für junge Menschen zusammengestellt. Hier erfahrt ihr mehr.
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